Herbstexkursion 6. September
Zusammen mit dem Naturschutzverein Rafzerfeld führte uns die diesjährige Herbstexkursion in die renaturierte ehemalige Jagdschiessanlage in Embrach. Wir waren überwältigt vom grossen Interesse an dieser Exkursion. So duften wir 50 Besucherinnen und Besucher der beiden Vereine sowie Gäste, die unsere Publikation gelesen hatten, begrüssen. Unter engagierter und kundiger Leitung von Urs Landergott, Fornat AG, Projektleiter Renaturierung und Urs Amhof vom Forstpfanzgarten Finsterloo und dem Naturschutzverein Rafzerfeld konnten wir mit einer Ausnahmebewilligung das Naturschutzgebiet und Auenobjekt von nationaler Bedeutung erleben. Dieses kann grösstenteils nicht frei betreten werden. Es ist sicher richtig, dass die ehemals so strapazierte Natur nun Ruhe und Raum erhält.
Während Urs Landergott uns die biologischen Aspekte näher brachte, zeigte uns Urs Amhof mit welchen Mitteln die sensible Fläche von 7 Hektar gepflegt wird. Erstaunt waren viele Teilnehmenden vom immensen Ausmass des Sanierungsprojekts. Es wurden nicht nur 2000 Bäume gepflanzt, sondern auch 320 Tonnen Blei und 10 Tonnen PAK (Tontaubenwurfscheiben) entsorgt. Der Boden musste zwischen 20 und 80cm abgetragen werden. Für weitere Informationen zur Altlastensanierung bitte folgenden Link öffnen. https://www.zh.ch/de/news-uebersicht/medienmitteilungen/2025/05/altlastensanierung-der-ehemaligen-jagdschiessanlage-embrach-abgeschlossen.html
Während der Exkursion erfuhren wir von Urs Landergott, wie die neu angelegten Wasseräufe, Teiche und Trockenwiesen entstanden sind, die nun für eine hohe Biodiversität sorgen. Erschreckend war, was der historisch trockene Sommer 2026 für Auswirkungen hatte. So sind die, durch Grundwasser gespeisten, Teiche zum Teil ausgetrocknet, weil der Grundwasserspiegel ganze (unerwartete) 50 cm gesunken ist. An einem angelegten Kanal sahen wir die Quelljungfer, eine grosse Libellenart, die ein ganz besonderes Habitat benötigt. Ganz in der Nähe entdeckten wir das schön gefärbte Männchen des Bläulings nebst Eidechsen, Schrecken etc. Unglaublich war der Fund vom Gewöll eines Uhu’s, welches einen Igelbalg, Knochen eines Greifvogels und sogar Zangen von Flusskrebsen enthielt. Wie spannend! Zudem durften wir beobachten, wie eine Ringelnatter von ca. 1m Länge im Teich schwamm.
Urs Ambühl zeigte uns, wie die Naturschutzflächen mit der Sense gepflegt und wie die Waldränder zurückgehalten werden, indem z.B. die Brombeeren geknickt werden. Um mehr wertvollen Waldrand zu erhalten, wird dieser in Wellenform gepflegt. Lustig fanden wir, dass eine sehr effiziente und schonende Hilfe, um Feuchtflächen zu betreten, Schneeschuhe sind.
Nach der spannenden Exkursion durften wir bei interessanten Gesprächen an von Urs Ambühl mitgebrachten Festbänken gemütlich zusammensitzen. Herzlichen Dank allen Beteiligten!


Fotos: Esther Kocher / Sonja Steiner / Ulrich Wirth






